Themencheckliste · Deutsch-Abitur Sachsen

Sieben Werke im Leistungskurs, fünf im Grundkurs. Diese Checkliste geht die Ganzschriften beider Kursarten und alle sechs Aufgabenarten Punkt für Punkt durch.

27. April 2027
LK 315, GK 255 Minuten
Sechs Aufgabenarten

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1. Medea bei Euripides und Christa Wolf

Euripides steht auf beiden Listen, Christa Wolfs Neuerzählung zusätzlich im Leistungskurs. Der Vergleich ist der ergiebigste Stoff der ganzen Liste.

  • Euripides, Handlung: Medea in Korinth, Jasons Heirat mit der Königstochter, die Verbannung durch Kreon und die Rache an den eigenen Kindern.
  • Antike Dramenform: Chor, Botenbericht, Prolog und Exodos, dazu die Frage nach Schuld und Maß.
  • Christa Wolf, Aufbau: Elf Monologe verschiedener Stimmen, keine auktoriale Instanz, die Wahrheit entsteht erst im Abgleich.
  • Wolfs Umdeutung: Medea als Unschuldige und Sündenbock einer Gesellschaft, die ein eigenes Verbrechen verbirgt.
  • Vergleich anlegen: Täterin oder Opfer, Mythos oder Gesellschaftskritik, geschlossene Form oder Stimmengeflecht. Daraus lässt sich jede Erörterung bauen.

2. Jenny Erpenbeck: Heimsuchung

Auf beiden Listen. Die einzige Ganzschrift, die Leistungs- und Grundkurs sicher teilen.

  • Aufbau: Der Gärtner als wiederkehrende Klammer, dazwischen die Kapitel zu den wechselnden Bewohnern des Grundstücks am See.
  • Geschichte im Haus: Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR und Nachwendezeit, jeweils aus privater Perspektive erzählt.
  • Themen: Besitz, Vertreibung, Heimat, Erinnerung und Vergänglichkeit.
  • Sprache und Rhythmus: Wiederholungsstrukturen, lange Satzbögen und Aufzählungen als Mittel der Zeitdarstellung.
  • Ostdeutsche Perspektive: Zusammen mit Christoph Hein bildet Erpenbeck den Schwerpunkt Literatur aus und über Ostdeutschland.

3. Nur Leistungskurs: Schiller, Büchner, Kafka, Hein

Die vier zusätzlichen Werke der LK-Liste, von der Weimarer Klassik bis zur Gegenwart.

  • Schiller, Maria Stuart: Zwei Königinnen, eine fiktive Begegnung im Park, Mortimer und Leicester, und die Frage nach Recht, Macht und innerer Freiheit.
  • Büchner, Woyzeck: Dramenfragment mit offener Szenenfolge. Woyzeck, Marie, Hauptmann, Doktor und Tambourmajor, dazu soziale Determination und Sprache der Armut.
  • Kafka, In der Strafkolonie: Offizier, Reisender und der Apparat. Recht ohne Verfahren, Gewalt als System und die Parabelhaftigkeit der Erzählung.
  • Hein, Landnahme: Bernhard Haber als Vertriebenenkind in einer sächsischen Kleinstadt, erzählt aus fünf Perspektiven über vier Jahrzehnte DDR.
  • Epochen sortieren: Klassik, Vormärz, Moderne und Gegenwart. Ordne jedes Werk mit zwei Sätzen in seine Zeit ein.

4. Nur Grundkurs: Hoffmann, Dürrenmatt, Hein

Die drei zusätzlichen Werke der GK-Liste, von der Romantik bis zur Gegenwart.

  • Hoffmann, Der Sandmann: Nathanael zwischen Coppelius und Coppola, Klara und der Automat Olimpia. Briefform, unzuverlässiges Erzählen und das Unheimliche.
  • Dürrenmatt, Der Besuch der alten Dame: Claire Zachanassian kehrt nach Güllen zurück und kauft sich Gerechtigkeit. Tragische Komödie, Schuld und Käuflichkeit.
  • Hein, In seiner frühen Kindheit ein Garten: Ein Vater, dessen Sohn als mutmaßlicher Terrorist erschossen wurde, und sein Kampf um Aufklärung gegen Behörden und Öffentlichkeit.
  • Gemeinsame Linie: Alle drei Texte fragen, wie eine Gemeinschaft mit Einzelnen umgeht, die nicht hineinpassen.
  • Zitierfähig lernen: Pro Werk fünf bis acht kurze, gut zugeordnete Stellen reichen, wenn du sie sicher deuten kannst.

5. Die sechs Aufgabenarten und die Prüfungsstrategie

Vier Aufgaben zur Auswahl, aus sechs möglichen Aufgabenarten, Mischformen zulässig. Das verlangt Methodenbreite.

  • Interpretation und Erörterung literarischer Texte: Deuten und die Deutung verteidigen sind zwei verschiedene Leistungen. Übe beide getrennt.
  • Analyse und Erörterung pragmatischer Texte: Erst den Argumentationsgang rekonstruieren, dann Stellung nehmen, nicht beides vermischen.
  • Materialgestütztes Schreiben, zwei Varianten: Informierend und argumentierend werden in Sachsen getrennt aufgeführt. Der Unterschied liegt in Zielsetzung und Ton, nicht im Material.
  • Mischformen einplanen: Die Aufgaben können mehrteilig sein und Formen kombinieren. Lies den Schreibauftrag doppelt.
  • Zeit einteilen: 315 oder 255 Minuten, Lese- und Auswahlzeit inklusive. Plane die Auswahl auf 20 bis 30 Minuten und reserviere 30 Minuten fürs Überarbeiten.

Quellen

Grundlage ist die Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Vorbereitung und Durchführung der Abiturprüfung 2027 sowie die veröffentlichte Terminübersicht. Stand dieser Seite: September 2026. Maßgeblich sind immer die amtlichen Vorgaben.

VwV Abiturprüfung 2027 (REVOSax, Landesrecht Sachsen)
Abiturtermine 2027 Sachsen (Übersicht)

Häufige Fragen zur Themencheckliste Deutsch-Abitur Sachsen

Nicht zwingend. Die Liste nennt den möglichen Prüfungsstoff, nicht eine Pflichtlektüre für jeden. Welche Werke behandelt wurden, entscheidet dein Kurs. Die Aufgaben schöpfen aber aus dieser Liste.

Heimsuchung und die Medea des Euripides, weil sie auf beiden Listen stehen. Im Leistungskurs zusätzlich Christa Wolfs Medea. Stimmen, weil sich daraus der naheliegendste Vergleich ergibt.

Nein. Die Aufgaben verlangen Textbelege und Deutung an konkreten Stellen. Eine Zusammenfassung trägt weder Interpretation noch Zitat.

Die Werklisten sind unterschiedlich, der LK hat sieben, der GK fünf Titel. Dazu kommen 60 Minuten mehr Arbeitszeit und ein höheres Anforderungsniveau.

Beim informierenden Text stellst du Sachverhalte geordnet dar. Beim argumentierenden Text nimmst du begründet Stellung. Sachsen führt beide Formate getrennt auf, der Schreibauftrag sagt dir, welches gemeint ist.

Spätestens im Januar 2027. Die Winterferien vom 8. bis 19. Februar sind das letzte große Zeitfenster, die Prüfung ist am 27. April.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und von unserem Team fachlich geprüft.

Über die Autorin des Artikels:

Ich bin Emily, Gründerin von Noten-Booster.
Dass Fleiß allein nicht reicht, wenn die Methode fehlt, habe ich in der Schule selbst erlebt.

In der vierten Klasse bekam ich eine Realschulempfehlung. Meine Eltern glaubten trotzdem an mich und schickten mich aufs Gymnasium. Dort begann ein langer Kampf: In der sechsten und siebten Klasse stand ich mehrmals kurz davor, nicht versetzt zu werden. Ich saß stundenlang über den Büchern, verstand aber nicht, wie man richtig lernt.

Erst als ich aufhörte, bloß auswendig zu pauken, und begann zu verstehen, wie Lernen funktioniert, änderte sich alles. Ich fand meinen Weg, entwickelte eigene Lernstrategien – und schaffte schließlich ein 1er-Abitur.
Nicht, weil ich plötzlich „besser“ war, sondern weil ich gelernt hatte, mit System, Struktur und Selbstvertrauen zu lernen.

Genau deshalb habe ich Noten-Booster gegründet:
Um Schülern zu zeigen, wie man das Lernen lernt – ohne Druck, ohne Angst, mit Freude und Klarheit.
Ich möchte, dass jedes Kind erlebt, wie sich Erfolg anfühlt, wenn Lernen endlich leicht wird.