Das Schulbuch liegt offen, die Aufgabe ist klar und trotzdem schweifen die Gedanken nach wenigen Minuten ab. Konzentration beim Lernen hängt nicht nur von Motivation oder Disziplin ab. Auch Müdigkeit, Ablenkungen, lange Lernphasen, fehlende Pausen und eine ungünstige Lernumgebung können beeinflussen, wie gut Schüler bei einer Aufgabe bleiben.

Die gute Nachricht: Konzentration lässt sich im Lernalltag gezielt unterstützen. Dabei helfen vor allem klare Arbeitsphasen, weniger Ablenkungen, Bewegung und einfache Konzentrationsübungen für Kinder und Jugendliche.

Wichtig ist allerdings: Es gibt keine einzelne Übung, die Konzentration dauerhaft „einschaltet“. Sinnvoller ist eine Kombination aus guten Lernbedingungen und Strategien, mit denen Schüler ihre Aufmerksamkeit bewusst auf eine Aufgabe richten.

Warum lässt die Konzentration beim Lernen oft schnell nach?

Konzentration ist keine unbegrenzt verfügbare Fähigkeit. Je länger und anspruchsvoller eine Aufgabe ist, desto schwieriger kann es werden, die Aufmerksamkeit dauerhaft darauf zu halten. Müdigkeit, Hunger, störende Reize oder häufige Unterbrechungen erschweren den Fokus zusätzlich.

Ein Schüler kann deshalb hoch motiviert sein und trotzdem nach einiger Zeit abschweifen.

Typische Gründe sind:

  • die Aufgabe ist zu groß oder unübersichtlich

  • das Lernziel ist unklar

  • das Smartphone liegt griffbereit

  • ständig treffen Nachrichten ein

  • im Raum finden Gespräche statt

  • der Schüler ist müde

  • die Lerneinheit dauert zu lange

  • die Aufgabe ist deutlich zu leicht oder zu schwer

  • Gedanken an andere Aufgaben sorgen für Ablenkung

Deshalb sollte die erste Frage bei Konzentrationsproblemen nicht lauten:

„Warum konzentrierst du dich nicht?“

Hilfreicher ist:

„Was macht es dir gerade schwer, bei dieser Aufgabe zu bleiben?“

So lässt sich nach einer konkreten Ursache suchen.

Wie sieht die richtige Lernumgebung für mehr Konzentration aus?

Eine gute Lernumgebung reduziert unnötige Reize und sorgt dafür, dass alle benötigten Materialien griffbereit sind. Der Arbeitsplatz muss dabei nicht vollkommen still oder leer sein. Entscheidend ist, dass er zum Schüler und zur jeweiligen Aufgabe passt.

Vor Beginn der Lernphase lohnt sich ein kurzer Check:

  • Liegt nur das benötigte Material auf dem Tisch?

  • Ist das Smartphone außer Reichweite?

  • Gibt es störende Geräusche?

  • Ist ausreichend Licht vorhanden?

  • Ist der Arbeitsplatz bequem, aber nicht zu gemütlich?

  • Sind Wasser und Arbeitsmaterialien vorhanden?

Wer sich ausführlicher mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes beschäftigen möchte, findet weitere Tipps in unserem Ratgeber Der beste Ort zum Lernen. Die Seite behandelt Lernplatz, Licht, Ordnung und Lernatmosphäre ausführlicher.

Für die Konzentration reicht an dieser Stelle eine einfache Regel:

Alles, was während der nächsten Lernphase nicht gebraucht wird, sollte möglichst nicht um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Warum helfen kurze Lernphasen häufig besser als stundenlanges Lernen?

Schüler müssen nicht versuchen, mehrere Stunden ohne Unterbrechung konzentriert zu arbeiten. Überschaubare Lernphasen mit klaren Zielen erleichtern es, die Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu richten und rechtzeitig Pausen einzuplanen.

Statt:

„Ich lerne jetzt zwei Stunden Mathe.“

ist beispielsweise konkreter:

„Ich bearbeite jetzt 20 Minuten lang die Aufgaben 1 bis 4.“

Danach folgt eine kurze Pause.

Die passende Länge ist individuell. Ein jüngeres Kind kann zunächst mit zehn oder 15 Minuten beginnen, während ältere Schüler häufig längere Arbeitsblöcke bewältigen. Eine wissenschaftlich festgelegte Konzentrationsdauer nach dem Schema „Alter mal zwei Minuten“ gibt es nicht.

Hilfreicher ist deshalb die Beobachtung:

Wie lange arbeitet der Schüler tatsächlich fokussiert, bevor die Fehler deutlich zunehmen oder er ständig abschweift?

Genau dort kann zunächst eine Pause eingeplant werden.

Kurze aktive Pausen können dabei sinnvoll sein. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen Hinweise darauf, dass Bewegungsunterbrechungen Aufmerksamkeit und kognitive Leistung von Schülern positiv beeinflussen können, wobei die Ergebnisse je nach Untersuchung unterschiedlich ausfallen.

Wer Lernphasen, Pausen und Aufgaben besser planen möchte, findet weitere Strategien in unserem Ratgeber zum Zeitmanagement beim Lernen.

Welche Konzentrationsübungen helfen Kindern beim Lernen?

Konzentrationsübungen für Kinder können helfen, die Aufmerksamkeit bewusst auf eine bestimmte Aufgabe zu lenken und den Wechsel zurück in eine konzentrierte Arbeitsphase zu erleichtern. Sie sollten kurz, verständlich und möglichst nah an echten Lernsituationen sein.

Dabei ist eine wichtige Einschränkung sinnvoll: Nicht jedes sogenannte Konzentrationstraining verbessert automatisch die allgemeine Aufmerksamkeit. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Aufmerksamkeitstrainings bei Kindern und Jugendlichen zeigt eine insgesamt uneinheitliche Studienlage und warnt vor zu weitreichenden Versprechen.

Die folgenden Übungen sind deshalb keine „Gehirn-Hacks“, sondern praktische Werkzeuge für den Schulalltag.

Konzentrationsübung 1: Der 10-Minuten-Fokus

Beim 10-Minuten-Fokus bearbeitet das Kind für einen kurzen festgelegten Zeitraum ausschließlich eine Aufgabe. Das Ziel ist nicht, möglichst viel zu schaffen, sondern zehn Minuten lang bei derselben Tätigkeit zu bleiben.

So funktioniert es:

  1. Eine konkrete Aufgabe auswählen.
  2. Alles andere vom Tisch nehmen.
  3. Timer auf zehn Minuten stellen.
  4. Nur diese Aufgabe bearbeiten.
  5. Nach Ablauf kurz prüfen: Wie oft bin ich abgeschweift?

Für ältere Schüler kann die Zeit schrittweise verlängert werden.

Wichtig ist die konkrete Aufgabenformulierung.

Nicht:

„Englisch lernen.“

Besser:

„Die zehn neuen Vokabeln zweimal aktiv abfragen.“

Das Gehirn bekommt dadurch eine klar definierte Aufgabe.

Konzentrationsübung 2: Der Ablenkungs-Parkplatz

Beim Ablenkungs-Parkplatz werden Gedanken, die während des Lernens auftauchen, kurz notiert statt sofort verfolgt. Dadurch muss der Schüler nicht versuchen, sie krampfhaft zu verdrängen.

Beispiele:

„Max noch schreiben.“

„Video später anschauen.“

„Sporttasche packen.“

„Nach dem neuen Spiel schauen.“

Der Gedanke wird auf einen Zettel geschrieben und anschließend geht es zurück zur Aufgabe.

Nach der Lernphase kann die Liste bearbeitet werden.

Gerade ältere Schüler können so lernen, zwischen einem Gedanken und einer Handlung zu unterscheiden:

Nur weil mir gerade etwas einfällt, muss ich es nicht sofort erledigen.

Konzentrationsübung 3: Der Buchstaben-Suchlauf

Bei dieser Übung richtet das Kind seine Aufmerksamkeit für wenige Minuten gezielt auf ein bestimmtes Merkmal. Das eignet sich besonders als kurzer Übergang vom Freizeitmodus zum Lernen.

Nimm einen altersgerechten Text und gib beispielsweise die Aufgabe:

„Markiere innerhalb von zwei Minuten jedes Wort mit dem Buchstaben S.“

Oder:

„Finde alle Wörter, die mit einem bestimmten Buchstaben beginnen.“

Für jüngere Kinder können auch Wimmelbilder oder Buchstabengitter genutzt werden.

Anschließend wird kontrolliert:

Wie viele wurden gefunden?

Welche wurden übersehen?

Die Übung trainiert vor allem das konzentrierte Bearbeiten eines klaren Suchauftrags. Sie sollte aber nicht als wissenschaftlich belegtes Mittel dargestellt werden, das automatisch die allgemeine Konzentrationsfähigkeit verbessert.

Konzentrationsübung 4: Lesen, schließen, wiedergeben

Diese Übung verbindet Konzentration direkt mit Lernen. Der Schüler liest einen kurzen Abschnitt, schließt anschließend das Buch und nennt drei Informationen, an die er sich erinnert.

So funktioniert es:

  1. Zwei bis fünf Minuten konzentriert lesen.
  2. Buch oder Heft schließen.
  3. Drei Kernaussagen nennen.
  4. Erst danach nachsehen.
  5. Fehlende Inhalte ergänzen.

Das hat einen zusätzlichen Vorteil:

Der Schüler merkt sofort, ob er den Text nur angesehen oder tatsächlich verarbeitet hat.

Aus passivem Lesen wird dadurch aktives Lernen.

Konzentrationsübung 5: Die Bewegungspause

Wenn die Aufmerksamkeit deutlich nachlässt, kann eine kurze Bewegungspause sinnvoller sein als weitere zehn Minuten unproduktives Sitzen. Bereits wenige Minuten Bewegung reichen für eine aktive Unterbrechung des Lernens aus.

Zum Beispiel:

  • einmal die Treppe hoch und runter

  • kurz nach draußen gehen

  • zehn Kniebeugen

  • Arme und Schultern bewegen

  • eine Runde durchs Zimmer oder Haus gehen

  • einige Minuten Ball spielen

Danach wird wieder am Arbeitsplatz gestartet.

Wichtig: Die Pause sollte nicht automatisch zum Smartphone führen. Aus einer geplanten Fünf-Minuten-Pause werden sonst schnell 25 Minuten.

Forschung zu aktiven Pausen bei Schülern liefert Hinweise auf positive Effekte auf Aufmerksamkeit und Konzentration. Gleichzeitig sind die Ergebnisse nicht in allen Studien gleich stark, sodass Bewegungspausen nicht als Garantie für bessere Konzentration dargestellt werden sollten.

Welche Konzentrationsübung ist für welches Kind geeignet?

Nicht jedes Kind braucht dieselbe Strategie.

Problem Passende Strategie
Kind schweift sehr schnell ab 10-Minuten-Fokus
Viele Gedanken unterbrechen das Lernen Ablenkungs-Parkplatz
Einstieg ins Lernen fällt schwer kurzer Buchstaben-Suchlauf
Kind liest, behält aber wenig Lesen, schließen, wiedergeben
Kind wird unruhig und müde Bewegungspause

Am sinnvollsten ist es, einzelne Übungen einige Tage auszuprobieren und zu beobachten:

Hilft diese Methode dem Kind tatsächlich dabei, konzentrierter zu arbeiten?

Wenn nicht, wird eine andere ausprobiert.

Wie lässt sich Ablenkung durch Handy und Social Media reduzieren?

Das Smartphone sollte während konzentrierter Lernphasen möglichst außer Sicht- und Reichweite liegen. Nur auf lautlos zu stellen reicht nicht immer aus, wenn das Gerät weiterhin ständig gesehen oder kontrolliert wird.

Praktisch bedeutet das:

  • Smartphone in einen anderen Raum legen

  • Benachrichtigungen deaktivieren

  • „Nicht stören“-Modus nutzen

  • Social-Media-Websites am Computer schließen

  • nur die für die Aufgabe benötigten Tabs offen lassen

  • Smartwatch-Benachrichtigungen ebenfalls deaktivieren

Experimentelle Studien zeigen, dass Smartphone-Benachrichtigungen die Aufmerksamkeitskontrolle stören können. Andere Untersuchungen fanden sogar bei der bloßen Anwesenheit eines Smartphones Auswirkungen auf bestimmte kognitive Leistungen. Diese Experimente wurden allerdings überwiegend mit Erwachsenen beziehungsweise Studierenden durchgeführt und lassen sich nicht eins zu eins auf jedes Schulkind übertragen.

Für den Lernalltag ist der Grundgedanke trotzdem einfach:

Was nicht klingelt, blinkt und griffbereit liegt, kann deutlich schwerer ablenken.

Helfen Musik und Hintergrundgeräusche beim Lernen?

Ob Musik beim Lernen hilft oder stört, hängt von der Person und der Aufgabe ab. Besonders bei sprachlich anspruchsvollen Aufgaben können Texte, Gespräche oder mitsingbare Musik zusätzliche Informationen liefern, die mit dem Lernstoff um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Wer ausprobieren möchte, ob Musik hilft, sollte deshalb verschiedene Situationen vergleichen:

Variante A: Lernen ohne Musik.

Variante B: ruhige instrumentale Musik.

Danach wird nicht danach gefragt, welche Variante angenehmer war, sondern:

Bei welcher Variante konnte ich mehr Aufgaben richtig lösen oder mehr Inhalte erinnern?

Das macht aus einer Gewohnheit einen kleinen Selbsttest.

Wie beeinflussen Schlaf, Bewegung und Ernährung die Konzentration?

Konzentration hängt nicht ausschließlich von Lerntechniken ab. Schlaf, körperliche Aktivität und eine angemessene Ernährung schaffen wichtige körperliche Voraussetzungen dafür, aufmerksam arbeiten zu können.

Schlaf: Warum Müdigkeit Konzentration erschwert

Ein müder Schüler kann nicht einfach durch mehr Disziplin dieselbe Aufmerksamkeit herstellen wie ein ausgeschlafener Schüler.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass sich Schlafmangel bei Kindern unter anderem durch Müdigkeit, Lustlosigkeit und Unkonzentriertheit am Tag zeigen kann.

Vor wichtigen Klassenarbeiten deshalb:

Nicht regelmäßig Schlaf gegen zusätzliche Lernzeit eintauschen.

Eine weitere Stunde Lernen bis spät in die Nacht ist nicht automatisch die bessere Vorbereitung.

Bewegung: Warum Pausen nicht nur Zeitverlust sind

Körperliche Aktivität ist nicht nur für die körperliche Gesundheit relevant.

Forschungsübersichten zu aktiven Pausen im Schulalltag berichten teilweise positive Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Konzentration und andere kognitive Leistungen.

Deshalb kann eine Pause bedeuten:

fünf Minuten bewegen,

statt:

fünf Minuten TikTok.

Ernährung: Gibt es Lebensmittel für mehr Konzentration?

Ein einzelnes Lebensmittel macht Schüler nicht plötzlich konzentriert. Sinnvoller sind regelmäßiges Essen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont für Kinder und Jugendliche die Bedeutung einer angemessenen Energie- und Nährstoffversorgung sowie ausreichender Flüssigkeitszufuhr für Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit.

Wasser sollte deshalb beim Lernen griffbereit stehen.

Von speziellen „Brain-Food“-Produkten oder Nahrungsergänzungsmitteln für gesunde Kinder sollte dagegen keine besondere Konzentrationswirkung erwartet werden. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Kinder in der Regel nicht notwendig sind.

Was hilft bei einer Konzentrationsschwäche beim Kind?

Eine vorübergehende Konzentrationsschwäche bei einem Kind kann viele alltägliche Gründe haben, etwa Müdigkeit, Stress, Überforderung, Ablenkung oder fehlende Motivation. Einzelne unkonzentrierte Hausaufgabensituationen sind deshalb noch kein Hinweis auf eine Erkrankung.

Interessanter ist das Muster:

  • Seit wann bestehen die Schwierigkeiten?

  • Treten sie nur bei Hausaufgaben auf?

  • Funktioniert die Konzentration bei interessanten Tätigkeiten deutlich besser?

  • Gibt es ähnliche Schwierigkeiten in der Schule?

  • Hat sich etwas im Alltag verändert?

  • Schläft das Kind ausreichend?

  • Ist der Lernstoff möglicherweise zu schwierig?

  • Gibt es zusätzliche Auffälligkeiten?

Solche Fragen helfen dabei, zwischen einer ungünstigen Lernsituation und einem umfassenderen Problem zu unterscheiden.

Wann ist mangelnde Konzentration mehr als ein Motivationsproblem?

Wenn ausgeprägte Konzentrationsprobleme über längere Zeit bestehen, in verschiedenen Lebensbereichen auftreten und Schule oder Alltag deutlich beeinträchtigen, sollten Eltern die Schwierigkeiten nicht ausschließlich als Motivationsproblem betrachten. Eine fachliche Einschätzung kann dann sinnvoll sein.

ADHS ist eine mögliche Erklärung für anhaltende Aufmerksamkeitsprobleme, aber keineswegs die einzige. Konzentrationsschwierigkeiten allein reichen nicht aus, um ADHS festzustellen. Die Diagnostik berücksichtigt verschiedene Symptome, Lebensbereiche und mögliche andere Erklärungen.

Eltern sollten deshalb keine Selbstdiagnose anhand einzelner Verhaltensweisen oder Online-Tests stellen.

Sinnvolle Ansprechpartner können je nach Situation sein:

  • Lehrkräfte

  • Schulpsychologische Beratung

  • Kinder- und Jugendärztinnen oder -ärzte

  • Kinder- und Jugendpsychiatrische beziehungsweise psychotherapeutische Fachstellen

Wer sich gezielt über ADHS informieren möchte, findet weitere Informationen in unserem Ratgeber ADHS-Test für Kinder: So läuft die Diagnose ab.

Konzentration steigern: 7 Dinge, die Schüler sofort ausprobieren können

Wer beim Lernen die Konzentration steigern möchte, kann mit diesen sieben Schritten beginnen:

  1. Eine konkrete Aufgabe festlegen: Nicht „Mathe lernen“, sondern „Aufgaben 1 bis 5 lösen“.
  2. Smartphone weglegen: Am besten außer Sichtweite.
  3. Arbeitsplatz vorbereiten: Nur benötigte Materialien bereitlegen.
  4. Kurzen Fokusblock starten: Zum Beispiel zunächst 15 oder 20 Minuten.
  5. Ablenkende Gedanken notieren: Nicht sofort bearbeiten.
  6. Eine echte Pause machen: Aufstehen und kurz bewegen.
  7. Nach dem Lernblock kontrollieren: Was wurde tatsächlich geschafft?

Wer mehrere Fächer und Lernphasen koordinieren muss, sollte zusätzlich mit einem Lernplan arbeiten. Wie das funktioniert, erklären wir ausführlicher im Beitrag Zeitmanagement beim Lernen.

FAQ: Häufige Fragen zur Konzentration beim Lernen

Kurzfristig hilft vor allem, Ablenkungen zu reduzieren und die Aufgabe möglichst konkret zu formulieren. Smartphone weglegen, unnötige Tabs schließen, benötigte Materialien bereitlegen und einen überschaubaren Arbeitsblock starten.

Ist der Schüler bereits müde oder seit langer Zeit am Lernen, kann zunächst eine kurze Pause sinnvoller sein.

Geeignet sind kurze Übungen mit einem klaren Aufmerksamkeitsziel. Dazu gehören beispielsweise Fokus-Sprints, Buchstaben-Suchaufgaben, kurze Merkaufgaben oder das Lesen eines Abschnitts mit anschließendem Wiedergeben ohne Vorlage.

Wichtig ist, keine Wunderwirkung zu erwarten. Konzentrationsübungen sollten vor allem helfen, fokussiertes Arbeiten praktisch einzuüben.

Es gibt keine feste Konzentrationsdauer, die für jedes Kind eines bestimmten Alters gilt. Aufmerksamkeit hängt unter anderem von Aufgabe, Interesse, Schwierigkeitsgrad, Müdigkeit, Umgebung und individuellen Voraussetzungen ab.

Statt sich an pauschalen Minutenregeln zu orientieren, sollten Eltern beobachten, wie lange ihr Kind bei einer konkreten Aufgabe tatsächlich produktiv arbeitet.

Zunächst sollte überprüft werden, ob offensichtliche Ursachen wie Müdigkeit, Ablenkung, Überforderung oder zu lange Lernphasen eine Rolle spielen.

Bestehen ausgeprägte Schwierigkeiten über längere Zeit und in verschiedenen Lebensbereichen, sollte die Situation mit Schule und gegebenenfalls medizinischen oder psychologischen Fachkräften besprochen werden.

Nicht zwingend. Entscheidend ist, dass es die Lernphase nicht ständig unterbricht.

Bei starker Ablenkung ist die einfachste Lösung häufig, das Smartphone für die Dauer des Lernblocks in einen anderen Raum zu legen.

Das Grundprinzip aus klar begrenzten Arbeitsphasen und Pausen kann für Schüler praktisch sein. Die klassischen 25 Minuten Lernen und fünf Minuten Pause müssen aber nicht für jeden Schüler optimal sein.

Die Länge der Arbeitsblöcke sollte an Alter, Aufgabe und individuelle Konzentrationsfähigkeit angepasst werden.

Kinder können Strategien einüben, mit denen sie ihre Aufmerksamkeit bewusster steuern und Lernbedingungen verbessern. Die Forschung liefert jedoch keine Grundlage für das Versprechen, dass beliebige „Gehirntrainings“ automatisch zu einer dauerhaft besseren allgemeinen Konzentration führen.

Praktisch sinnvoll sind deshalb Übungen, die möglichst eng mit tatsächlichen Lernaufgaben verbunden sind.

Was sagt die Wissenschaft über Konzentration und Lernen?

Die Forschung zeigt vor allem, dass Konzentration nicht isoliert betrachtet werden sollte. Aufmerksamkeit wird durch Lernbedingungen, körperliche Voraussetzungen und Unterbrechungen beeinflusst.

Für den Schulalltag sind insbesondere vier Erkenntnisse relevant:

1. Bewegungspausen können Aufmerksamkeit unterstützen.
Systematische Reviews zu aktiven Pausen bei Schülern berichten teilweise Verbesserungen bei Aufmerksamkeit und Konzentration. Die Befunde sind jedoch nicht in allen Studien einheitlich.

2. Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für Aufmerksamkeit.
Schlafmangel kann sich bei Kindern unter anderem durch Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme bemerkbar machen.

3. Digitale Unterbrechungen können Aufmerksamkeit stören.
Experimentelle Untersuchungen zeigen Auswirkungen von Smartphone-Benachrichtigungen beziehungsweise der Smartphone-Präsenz auf kognitive Aufgaben. Bei der Übertragung auf Schulkinder müssen Alter und Untersuchungsdesign berücksichtigt werden.

4. Konzentrationstrainings sind kein universelles Wundermittel.
Eine systematische Übersichtsarbeit zu verschiedenen Aufmerksamkeitstrainings für Kinder und Jugendliche kommt zu einem differenzierten Ergebnis. Die Evidenz unterscheidet sich je nach Trainingsart und erlaubt keine pauschale Aussage, dass jedes Konzentrationstraining die allgemeine Aufmerksamkeit verbessert.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Infantes-Paniagua, Á. et al. (2021): Active School Breaks and Students‘ Attention: A Systematic Review. Healthcare.
  2. Slattery, E. J. et al. (2022): Popular interventions to enhance sustained attention in children and adolescents: A critical systematic review. Neuroscience & Biobehavioral Reviews.
  3. Upshaw, J. D. et al. (2022): The effects of smartphone notifications on cognitive control. Journal of Experimental Psychology: Applied.
  4. Skowronek, J., Seifert, A. & Lindberg, S. (2023): The mere presence of a smartphone reduces basal attentional performance. Scientific Reports.

Mehr Konzentration entsteht nicht durch mehr Druck

Wenn Schüler beim Lernen ständig abschweifen, ist „Konzentrier dich endlich!“ selten eine ausreichende Lösung.

Hilfreicher ist es, Konzentration konkret zu unterstützen:

Aufgabe verkleinern. Ablenkungen entfernen. Fokuszeit festlegen. Pause machen. Ergebnis überprüfen.

So lernen Schüler Schritt für Schritt, ihre Arbeitsphasen selbst zu strukturieren und besser zu erkennen, welche Bedingungen ihnen beim konzentrierten Lernen helfen.

Wenn dein Kind trotz viel Lernzeit Schwierigkeiten hat, Aufgaben zu strukturieren, konzentriert zu arbeiten oder bei der Prüfungsvorbereitung dranzubleiben, kann zusätzliche Unterstützung sinnvoll sein.

Unsere Lernbegleitung unterstützt Schüler dabei, Lernstoff zu strukturieren, einen passenden Lernplan aufzubauen und geeignete Lernmethoden anzuwenden. Die Begleitung findet online in kleinen Gruppen mit maximal zwei Schülern statt.

Über die Autorin des Artikels:

Ich bin Emily, Gründerin von Noten-Booster.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer Schule manchmal sein kann – und wie es sich anfühlt, an sich selbst zu zweifeln.

In der vierten Klasse bekam ich eine Realschulempfehlung. Meine Eltern glaubten trotzdem an mich und schickten mich aufs Gymnasium. Dort begann ein langer Kampf: In der sechsten und siebten Klasse stand ich mehrmals kurz davor, nicht versetzt zu werden. Ich saß stundenlang über den Büchern, verstand aber nicht, wie man richtig lernt.

Erst als ich aufhörte, bloß auswendig zu pauken, und begann zu verstehen, wie Lernen funktioniert, änderte sich alles. Ich fand meinen Weg, entwickelte eigene Lernstrategien – und schaffte schließlich ein 1er-Abitur.
Nicht, weil ich plötzlich „besser“ war, sondern weil ich gelernt hatte, mit System, Struktur und Selbstvertrauen zu lernen.

Genau deshalb habe ich Noten-Booster gegründet:
Um Schülern zu zeigen, wie man das Lernen lernt – ohne Druck, ohne Angst, mit Freude und Klarheit.
Ich möchte, dass jedes Kind erlebt, wie sich Erfolg anfühlt, wenn Lernen endlich leicht wird.