Viel lernen führt nicht automatisch zu guten Noten. Entscheidend ist auch, wie Schüler lernen: ob sie passende Lerntechniken einsetzen, ihre Zeit sinnvoll planen, Wissen aktiv abrufen und erkennen, welche Inhalte sie tatsächlich noch nicht verstanden haben.

Genau darum geht es beim Lernen lernen. Schüler entwickeln Fähigkeiten, mit denen sie ihren eigenen Lernprozess zunehmend selbst planen, steuern und überprüfen können. In der Forschung wird dieser Bereich häufig unter dem Begriff selbstreguliertes Lernen zusammengefasst. Dazu gehören kognitive und metakognitive Strategien ebenso wie Motivation, Verhalten und der Umgang mit den eigenen Ressourcen.

Diese Lernkompetenz ist für die Schule wichtig. Sie wird im Unterricht aber nicht immer so explizit vermittelt, dass jeder Schüler anschließend weiß: Welche Lernmethode benutze ich wann und warum?

Was bedeutet „Lernen lernen“ eigentlich?

Lernen lernen bedeutet, den eigenen Lernprozess bewusst planen, durchführen, kontrollieren und verbessern zu können. Schüler sollen also nicht nur Fachwissen erwerben, sondern zunehmend verstehen, wie sie sich neues Wissen selbstständig aneignen.

Dazu gehört beispielsweise:

  • realistische Lernziele setzen

  • Lernzeit planen

  • passende Lerntechniken auswählen

  • Ablenkungen reduzieren

  • Wissen aktiv überprüfen

  • Fehler erkennen

  • den eigenen Lernfortschritt einschätzen

  • Strategien verändern, wenn etwas nicht funktioniert

Ein Schüler mit hoher Lernkompetenz denkt deshalb nicht nur:

„Ich muss heute Biologie lernen.“

Sondern eher:

„Ich muss die Zellatmung erklären können. Ich teste zuerst, was ich schon weiß, bearbeite dann meine Lücken und frage mich anschließend ohne Unterlagen ab.“

Genau dieser Unterschied ist entscheidend. Lernen lernen heißt nicht, möglichst viele Methoden zu kennen. Es bedeutet, für eine konkrete Aufgabe eine passende Strategie auswählen und deren Wirkung überprüfen zu können.

Lernmethoden und Lerntipps

Wer zunächst einen Überblick über konkrete Methoden sucht, findet ihn auf unserer Seite zu Lernmethoden und Lerntipps.

Warum wird Lernkompetenz in der Schule oft nicht systematisch vermittelt?

Es wäre falsch zu sagen, dass Schulen Lernkompetenz grundsätzlich nicht vermitteln. Selbstständiges und selbstreguliertes Lernen sind wichtige Bildungsziele. Lernstrategien werden jedoch häufig in den Fachunterricht integriert und nicht immer ausdrücklich als eigenständige Kompetenz erklärt und trainiert.

Schon die deutsche PISA-Auswertung bezeichnete die Förderung von Lernkompetenz als Aufgabe der Schulen und sah wesentliche Ansatzpunkte dafür im Unterricht.

Das Problem liegt deshalb weniger darin, dass Lernen lernen in Schulen überhaupt keine Rolle spielt.

Die entscheidende Frage ist vielmehr:

Wie explizit lernen Schüler, warum eine bestimmte Strategie funktioniert, wann sie eingesetzt werden sollte und wie sie ihren Erfolg überprüfen können?

Genau hier zeigt die Forschung Unterschiede. Untersuchungen zur Förderung selbstregulierten Lernens kommen zu dem Ergebnis, dass explizite Strategieinstruktion hilfreich ist, im beobachteten Grund- und Sekundarschulunterricht aber vergleichsweise selten vorkommt. Häufiger werden Strategien eher indirekt vermittelt.

Ein Beispiel:

Eine Lehrkraft sagt:

„Markiert die wichtigsten Informationen im Text.“

Das vermittelt eine Arbeitstechnik.

Für Lernkompetenz wäre zusätzlich wichtig:

„Was solltest du markieren? Wann hilft Markieren überhaupt? Was machst du anschließend mit den markierten Informationen? Und wie überprüfst du, ob du den Inhalt verstanden hast?“

Damit wird aus einer einzelnen Technik eine bewusst eingesetzte Lernstrategie.

Welche Bausteine gehören zum Lernen lernen?

Lernen lernen besteht aus mehreren Fähigkeiten, die zusammenwirken. Besonders wichtig sind Zeitmanagement, wirksame Lerntechniken, Selbstreflexion und Motivation.

1. Zeitmanagement: Wann und wie lange lerne ich?

Gutes Lernen beginnt bereits vor der eigentlichen Lerneinheit.

Schüler müssen einschätzen:

  • Was muss ich erledigen?

  • Wie viel Zeit brauche ich?

  • Was hat Priorität?

  • Wann beginne ich?

  • Wann muss ich wiederholen?

Gerade vor mehreren Klassenarbeiten reicht es nicht aus, einfach „irgendwann diese Woche“ zu lernen.

Eine konkrete Planung reduziert die Gefahr, dass große Stoffmengen bis zum letzten Abend liegen bleiben.

Wie das praktisch funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Zeitmanagement beim Lernen.

2. Lernstrategien und Lerntechniken: Wie bearbeite ich den Stoff?

Nicht jede Lerntechnik ist für jedes Lernziel gleich geeignet. Eine Definition auswendig zu lernen erfordert andere Schritte als eine mathematische Aufgabe zu lösen oder einen historischen Zusammenhang zu erklären.

Zu wichtigen Lerntechniken gehören beispielsweise:

  • aktives Abrufen

  • verteiltes Wiederholen

  • Selbsttests

  • eigene Erklärungen

  • Karteikarten

  • Übungsaufgaben

  • strukturierte Zusammenfassungen

  • Mindmaps

  • Eselsbrücken

Eine große Forschungsübersicht von Dunlosky und Kollegen bewertete insbesondere Practice Testing, also das aktive Prüfen des eigenen Wissens, sowie Distributed Practice, also zeitlich verteiltes Lernen, als besonders breit einsetzbare und wirksame Techniken. Einfaches Wiederlesen und Markieren wurden deutlich zurückhaltender bewertet.

Das heißt nicht, dass Markierungen oder Zusammenfassungen grundsätzlich nutzlos sind. Entscheidend ist, was anschließend damit geschieht.

Einen ausführlichen Methodenvergleich findest du auf unserer Lerntipps-Pillar-Seite.

Für Fremdsprachen zeigen wir außerdem in unserem Ratgeber Vokabeln lernen: 7 Strategien, die wirklich funktionieren, wie Lerntechniken gezielt auf Wortschatz angewendet werden können.

3. Selbstreflexion: Funktioniert meine Methode überhaupt?

Lernkompetenz bedeutet auch, die eigene Strategie kritisch zu überprüfen. Ein Schüler sollte nach einer Lerneinheit beurteilen können, was bereits sicher sitzt und wo noch Lücken bestehen.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Was kann ich jetzt ohne Unterlagen erklären?

  • Welche Aufgaben kann ich selbstständig lösen?

  • Wo mache ich immer wieder Fehler?

  • Welche Methode hat mir geholfen?

  • Was muss ich beim nächsten Mal anders machen?

Diese Reflexion verhindert, dass Schüler über Wochen dieselbe ineffektive Lernroutine wiederholen.

4. Motivation: Wie schaffe ich es, tatsächlich anzufangen?

Auch die beste Lernstrategie hilft wenig, wenn sie nicht angewendet wird.

Motivation beim Lernen bedeutet deshalb nicht, jeden Tag Lust auf Schule zu haben. Wichtiger sind erreichbare Ziele, überschaubare Aufgaben und Routinen, die den Einstieg erleichtern.

Statt:

„Heute muss ich drei Stunden Mathe machen.“

ist ein konkretes Ziel häufig hilfreicher:

„Ich bearbeite jetzt die fünf Aufgaben zur Kurvendiskussion und überprüfe anschließend meine Fehler.“

Dadurch wird aus einer unübersichtlichen Lernaufgabe ein klarer Arbeitsschritt.

Wie erkennt man, ob ein Kind richtig lernt oder nur viel Zeit investiert?

Lange am Schreibtisch zu sitzen ist kein zuverlässiges Zeichen für effektives Lernen. Entscheidend ist, was ein Schüler während dieser Zeit tut und was er anschließend ohne Hilfsmittel tatsächlich kann.

Warnzeichen für ineffizientes Lernen können beispielsweise sein:

  • Unterlagen werden immer wieder gelesen.
  • Viele Seiten werden markiert, aber kaum Inhalte abgefragt.
  • Zusammenfassungen werden hauptsächlich abgeschrieben.
  • Lösungen werden angesehen, bevor eine Aufgabe selbst versucht wurde.
  • Der Schüler kann den Stoff mit geöffnetem Heft erklären, ohne Unterlagen aber kaum.
  • Es wird sehr lange gelernt, ohne klare Lernziele zu setzen.
  • Dieselben Fehler treten wiederholt auf.
  • Erst unmittelbar vor Klassenarbeiten wird intensiv gelernt.

Ein einfaches Experiment zeigt häufig schnell, wie gut der Stoff wirklich sitzt:

Unterlagen schließen und erklären.

Kann der Schüler eine Frage ohne Buch, Hefter oder Musterlösung beantworten?

Kann er ein Beispiel selbst bilden?

Kann er eine Aufgabe ohne Vorlage lösen?

Kann er erklären, warum seine Lösung richtig ist?

Wenn nicht, besteht wahrscheinlich noch Lernbedarf, selbst wenn zuvor zwei Stunden am Schreibtisch verbracht wurden.

Was ist Metakognition und warum ist sie beim Lernen so wichtig?

Metakognition bedeutet vereinfacht gesagt, über das eigene Denken und Lernen nachzudenken. Schüler beobachten ihren Lernprozess, beurteilen ihr Verständnis und entscheiden anschließend, was sie verändern müssen.

Metakognition zeigt sich beispielsweise in Gedanken wie:

„Ich dachte, ich hätte das Thema verstanden. Beim Selbsttest konnte ich es aber nicht erklären.“

Oder:

„Mit bloßem Lesen merke ich mir diese Begriffe schlecht. Mit Karteikarten funktioniert es besser.“

Genau diese Fähigkeit ist ein zentraler Bestandteil selbstregulierten Lernens. Forschungsmodelle beschreiben selbstreguliertes Lernen als Zusammenspiel kognitiver, metakognitiver, motivationaler und verhaltensbezogener Prozesse.

Metakognition läuft vereinfacht in drei Schritten ab:

1. Planen:
Was möchte ich erreichen und welche Strategie benutze ich?

2. Überwachen:
Verstehe ich gerade wirklich, was ich lerne?

3. Reflektieren und anpassen:
Hat meine Strategie funktioniert oder brauche ich eine andere?

Dadurch wird Lernen zu einem steuerbaren Prozess.

Was bedeutet selbstorganisiertes Lernen?

Selbstorganisiertes Lernen bedeutet, dass Schüler zunehmend Verantwortung für Planung, Durchführung und Kontrolle ihres Lernens übernehmen. Das heißt jedoch nicht, dass Erwachsene sich vollständig zurückziehen sollten.

Selbstständigkeit entsteht schrittweise.

Ein jüngerer Schüler braucht möglicherweise noch Unterstützung dabei, Materialien bereitzulegen, Aufgaben zu strukturieren und Lernzeiten festzulegen.

Später kann sich die Rolle der Eltern oder Lehrkräfte verändern:

Schritt 1: Gemeinsam planen Schritt 2: Schüler entscheidet mit Schritt 3: Schüler plant selbst Schritt 4: Nur noch Ergebnisse besprechen

„Was steht diese Woche an?“

„Wann möchtest du dafür lernen?“

„Welche beiden Aufgaben willst du heute zuerst erledigen?“ Der Schüler erstellt seinen eigenen Lernplan und zeigt ihn anschließend kurz.

„Was hat diese Woche funktioniert?“

„Was möchtest du nächste Woche verändern?“

Das Ziel ist nicht permanente Kontrolle. Das Ziel ist, Hilfestellung nach und nach so weit zu reduzieren, dass Schüler ihren Lernprozess selbst steuern können.

Forschung zu selbstreguliertem Lernen zeigt, dass solche Fähigkeiten nicht einfach vorausgesetzt werden sollten. Sie können gezielt gefördert und trainiert werden. Meta-Analysen und Übersichtsarbeiten berichten positive Effekte entsprechender Lernstrategie-Interventionen.

Wie können Eltern Lernen lernen zu Hause unterstützen?

Eltern helfen beim Lernen lernen am besten, wenn sie nicht jede Aufgabe übernehmen, sondern ihr Kind dabei unterstützen, selbst Lösungen und Strategien zu entwickeln. Fragen sind dabei häufig hilfreicher als fertige Anweisungen.

Statt:

„Du musst jetzt Mathe lernen.“

kann die Frage lauten:

„Was steht diese Woche an und wann möchtest du dafür anfangen?“

Statt:

„Lies das Kapitel noch einmal.“

besser:

„Wie kannst du überprüfen, ob du das Kapitel wirklich verstanden hast?“

Statt:

„Das ist falsch, mach es noch einmal.“

besser:

„An welcher Stelle ist der Fehler entstanden?“

Hilfreiche Fragen für Eltern sind beispielsweise:

  • Was ist heute dein konkretes Lernziel?

  • Wie willst du vorgehen?

  • Was kannst du schon?

  • Was fällt dir noch schwer?

  • Wie überprüfst du dich?

  • Hat die Methode funktioniert?

  • Was machst du beim nächsten Mal anders?

Damit liegt die Denkarbeit weiterhin beim Kind.

Eltern werden vom „Kontrolleur“ zunehmend zum Gesprächspartner für den Lernprozess.

Welche Fehler sollten Eltern beim Unterstützen vermeiden?

Zu viel Hilfe kann selbstständiges Lernen ebenso erschweren wie zu wenig Unterstützung. Wenn Eltern dauerhaft planen, erinnern, kontrollieren und Lösungen vorgeben, bekommt das Kind wenig Gelegenheit, diese Aufgaben selbst zu übernehmen.

Problematisch können deshalb Routinen sein wie:

  • jeden Tag an alle Hausaufgaben erinnern
  • den Schulranzen dauerhaft kontrollieren
  • Lernpläne vollständig für das Kind erstellen
  • sofort einspringen, wenn eine Aufgabe schwierig wird
  • Fehler korrigieren, bevor das Kind selbst nachdenken konnte
  • nur nach Noten fragen statt nach dem Lernprozess

Besser ist eine schrittweise Übergabe von Verantwortung.

Ein Schüler muss dabei auch erleben dürfen, dass eine Planung einmal nicht funktioniert. Entscheidend ist anschließend die Reflexion:

Warum hat es nicht geklappt und was verändern wir beim nächsten Mal?

Gerade dieser Schritt gehört zum Lernen lernen.

Ab welchem Alter sollte man Lernstrategien gezielt vermitteln?

Lernstrategien können bereits in der Grundschule altersgerecht vermittelt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Schüler immer stärker verstehen, warum eine Strategie funktioniert, wann sie sinnvoll ist und wie sie ihren eigenen Lernprozess selbst steuern können.

Es gibt daher kein bestimmtes Alter, an dem Lernen lernen plötzlich beginnen sollte.

Untersuchungen zur Förderung selbstregulierten Lernens zeigen, dass bereits Grundschüler von entsprechenden Trainings profitieren können.

Die Anforderungen können dabei mit dem Alter wachsen.

Grundschule

Einfache Routinen stehen im Vordergrund:

  • Arbeitsplatz vorbereiten
  • Aufgabe verstehen
  • kleine Lernschritte planen
  • sich selbst kontrollieren
  • Fehler verbessern

Sekundarstufe I

Jetzt können gezielte Lernmethoden für Schüler stärker thematisiert werden:

  • Karteikarten
  • Selbsttests
  • Lernpläne
  • verteiltes Lernen
  • Prioritäten setzen
  • Ablenkungen reduzieren
  • verschiedene Methoden vergleichen

Sekundarstufe II

Spätestens jetzt wird selbstorganisiertes Lernen besonders wichtig.

Schüler müssen umfangreichen Stoff über längere Zeiträume strukturieren, verschiedene Fächer koordinieren und selbst entscheiden, welche Inhalte wie intensiv bearbeitet werden müssen.

Gerade vor Abschlussprüfungen oder dem Abitur reicht es deshalb nicht mehr aus, ausschließlich auf spontane Lernphasen zu setzen.

Lernen lernen in 5 Schritten

Wer seine Lernkompetenz verbessern möchte, kann mit einem einfachen Ablauf beginnen:

FAQ: Häufige Fragen zum Lernen lernen

Ja. Lernstrategien, Planung, Selbstkontrolle und Reflexion sind Fähigkeiten, die gezielt entwickelt werden können. Untersuchungen zu selbstreguliertem Lernen zeigen, dass entsprechende Interventionen Lernstrategien und Lernergebnisse verbessern können.

Entscheidend ist, die Methoden nicht nur zu kennen, sondern sie regelmäßig anzuwenden und ihre Wirkung zu überprüfen.

Es gibt nicht eine einzige optimale Lerntechnik für jede Aufgabe. Besonders gut untersucht sind jedoch aktives Abrufen des Wissens und zeitlich verteiltes Lernen.

Welche Technik sinnvoll ist, hängt außerdem vom Lernziel ab. Vokabeln, mathematische Aufgaben und Textanalysen erfordern unterschiedliche Vorgehensweisen.

Eine Lernmethode beschreibt eine konkrete Vorgehensweise, beispielsweise Karteikarten oder einen Selbsttest.

Eine Lernstrategie geht weiter: Der Schüler entscheidet bewusst, wann, warum und für welches Ziel er eine Methode einsetzt und überprüft anschließend ihren Erfolg.

Lernkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Lernprozesse zunehmend selbstständig zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Dazu gehören unter anderem Lernstrategien, Organisation, Motivation und die Fähigkeit, den eigenen Wissensstand realistisch einzuschätzen.

Beim selbstorganisierten Lernen übernehmen Schüler zunehmend Verantwortung für ihre Lernziele, Planung, Methoden und Kontrolle.

Selbstorganisiertes Lernen bedeutet dabei nicht, Schüler ohne Unterstützung lernen zu lassen. Gerade zu Beginn können klare Strukturen und Anleitung notwendig sein.

Viel Lernzeit bedeutet nicht automatisch effektive Lernzeit. Mögliche Ursachen sind Wissenslücken, ungeeignete Lernmethoden, fehlende Anwendung des Wissens, schlechte Planung oder Schwierigkeiten in Prüfungssituationen.

Hilfreich ist deshalb zunächst die Frage: Was macht mein Kind während des Lernens konkret?

Was sagt die Wissenschaft zum Lernen lernen?

Die Forschung zum selbstregulierten Lernen zeigt, dass erfolgreiches Lernen weit über das reine Aufnehmen von Informationen hinausgeht. Planung, Strategieauswahl, Überwachung des eigenen Verständnisses und Reflexion gehören zu den zentralen Bestandteilen.

Drei Erkenntnisse sind für Schüler besonders relevant:

1. Lernstrategien unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit.
Die große Übersicht von Dunlosky et al. zeigt, dass beispielsweise Practice Testing und Distributed Practice eine besonders gute wissenschaftliche Grundlage besitzen.

2. Selbstreguliertes Lernen lässt sich fördern.
Meta-Analysen zu Schülern im Primar- und Sekundarbereich zeigen, dass gezielte Interventionen zur Förderung selbstregulierten Lernens positive Effekte haben können.

3. Strategien sollten möglichst explizit vermittelt werden.
Es reicht nicht immer, Schüler eine Methode anwenden zu lassen. Besonders hilfreich ist es, auch zu erklären, wie, wann und warum eine Strategie eingesetzt wird. Untersuchungen des Unterrichts zeigen gleichzeitig, dass genau diese explizite Vermittlung nicht überall selbstverständlich ist.

Damit wird deutlich: Effektives Lernen ist keine angeborene Fähigkeit, die manche Schüler besitzen und andere nicht.

Viele Bestandteile davon lassen sich systematisch entwickeln.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Dunlosky, J. et al. (2013): Improving Students‘ Learning With Effective Learning Techniques. Psychological Science in the Public Interest.
  2. Panadero, E. (2017): A Review of Self-regulated Learning: Six Models and Four Directions for Research. Frontiers in Psychology.
  3. Dignath, C., Buettner, G. & Langfeldt, H. P. (2008): How can primary school students learn self-regulated learning strategies most effectively? Educational Research Review.
  4. Dignath, C. & Büttner, G. (2008): Components of fostering self-regulated learning among students. Metacognition and Learning.
  5. Dignath, C. & Veenman, M. V. J. (2021): The role of direct strategy instruction and indirect activation of self-regulated learning. Educational Psychology Review.

Lernen lernen: Nicht mehr Zeit, sondern gezielter lernen

Schüler brauchen Fachwissen. Langfristig brauchen sie aber noch etwas anderes: die Fähigkeit, sich Wissen zunehmend selbstständig anzueignen.

Lernen lernen bedeutet deshalb, aus „Ich muss lernen“ konkrete Entscheidungen zu machen: Was ist mein Ziel? Welche Methode passt dazu? Kann ich den Stoff wirklich? Und was ändere ich, wenn meine Strategie nicht funktioniert?

Genau diese Lernkompetenz wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger, von der nächsten Klassenarbeit bis zum Abitur und später in Ausbildung oder Studium.

Wenn dein Kind trotz Fleiß viel Zeit investiert, aber nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, hilft deshalb oft nicht einfach noch mehr Lernzeit.

Lernstrategien-Coaching

In unserem Lernstrategien-Coaching setzen wir genau hier an: Schüler lernen, ihren Lernalltag zu strukturieren, passende Lernstrategien auszuwählen und zunehmend selbstständiger zu lernen.

Über die Autorin des Artikels:

Ich bin Emily, Gründerin von Noten-Booster.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer Schule manchmal sein kann – und wie es sich anfühlt, an sich selbst zu zweifeln.

In der vierten Klasse bekam ich eine Realschulempfehlung. Meine Eltern glaubten trotzdem an mich und schickten mich aufs Gymnasium. Dort begann ein langer Kampf: In der sechsten und siebten Klasse stand ich mehrmals kurz davor, nicht versetzt zu werden. Ich saß stundenlang über den Büchern, verstand aber nicht, wie man richtig lernt.

Erst als ich aufhörte, bloß auswendig zu pauken, und begann zu verstehen, wie Lernen funktioniert, änderte sich alles. Ich fand meinen Weg, entwickelte eigene Lernstrategien – und schaffte schließlich ein 1er-Abitur.
Nicht, weil ich plötzlich „besser“ war, sondern weil ich gelernt hatte, mit System, Struktur und Selbstvertrauen zu lernen.

Genau deshalb habe ich Noten-Booster gegründet:
Um Schülern zu zeigen, wie man das Lernen lernt – ohne Druck, ohne Angst, mit Freude und Klarheit.
Ich möchte, dass jedes Kind erlebt, wie sich Erfolg anfühlt, wenn Lernen endlich leicht wird.